Einwanderer: Eschenahorn

EschenahornEine Ausstellung des Jenaer Phyletischen Museums hat ein Rätsel für mich gelöst. Als mir der Baum zum ersten Mal auffiel – mitten im Jenaer Paradies – dachte ich: Verdammt, was ist das denn? Die Früchte sahen eindeutig nach Ahorn aus, aber die Blätter? Ja, die sehen eher aus wie die der Esche. Ich speicherte das Problem auf meiner Kamera ab.
Das erwähnte Museum zeigt derzeit eine Ausstellung zu invasiven Arten – Einwanderer aus anderen Erdteilen, die es sich in Deutschland gemütlich gemacht haben. Manche sind illegal zugewandert, der Eschenahorn kam mit Green Card aus den USA. Er ist besonders trockenheitsresistent und wird deshalb gern als Stadtbaum gepflanzt. Allerdings hat er ein hohes Vermehrungspotential. Falls er nur halb so produktiv ist wie der Bergahorn hinter meinem Haus, dann streut er alljährlich hunderte Samen, aus denen hunderte kleiner Bäumchen wachsen, falls sie niemand ausreißt oder abfrisst.
Eine Möglichkeit gibt es freilich: Der Baum ist zweihäusig. Wenn man Männlein und Weiblein weit auseinander pflanzt, kann die Invasion gestoppt werden. Spannend wird es, wenn der erste Eschenahorn die Wurzeln aus der Erde zieht, um in der Nachbarstadt die Damen zu besuchen.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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