Feministisch Sprachhandeln – Die Auflösung

Für Tobias und alle anderen kommt hier die Auflösung zur Frage, warum die AG Feministisch Sprachhandeln diskriminierend ist – inzwischen sind es sogar drei Punkte:

1. die triviale: „Feministisch“ ist eine diskriminierende Bezeichnung, weil sie alle Nicht-„Frauisierten“ (Zitat aus dem Sprachführer; so was könnte ich mir nicht ausdenken …) ausschließt.
1.1 Da die Verfasserinnen von einem Standpunkt moralischer Überlegenheit aus argumentieren, beinhaltet „feministisch sprachhandeln“ die Annahme, weiblich sei anderen biologischen oder sozialen Geschlechtern überlegen – insbesondere dem männlichen – oder zumindest wichtiger. Man drehe das mal um und schreibe: „Maskulin sprechen“. Die Reaktion auf diesen Sprachführer wäre wirklich interessant.
1.2 Die Verfasserinnen vereinnahmen Menschen mit nicht eindeutig männlichem Geschlecht und erzeugen so den Anschein, diese Gruppen könnten nicht für sich selbst sprechen.
1.3 Eine nichtdiskriminierende Formulierung wäre bis zum Auftritt der kleinen grünen Männchen (natürlich Männchen!) „humanistisch“.

2. die artistische: „Sprachhandeln“ wurde anscheinend gebildet, um das diskriminierende „Sprechen“ zu umgehen (aber Gebärdensprache heißt auch Sprache …?) – oder um Schreiben einzubeziehen. „Kommunizieren“ war offenbar zu billig.
Es enthält das Wort „handeln“, abgeleitet von „Hand“. Was ist jetzt mit denen, die keine Hände haben oder aufgrund einer Lähmung nicht benutzen können? Müssen die sich nicht ausgeschlossen fühlen?

3. die praktische: Der Text ist so kompliziert geschrieben, dass er sich ganz offensichtlich an ein akademisch gebildetes Publikum richtet. Der Rest der Menschheit wird ihn entnervt zur Seite legen. Einzelne Formulierungen (PoC) erfordern Spezialwissen inklusive  Fremdsprachenkenntnissen. Damit baut er eine Sprachhürde auf, die eindeutig ausgrenzend wirkt. Beispiel gefällig?
3.1 „Dix Studierx hat in xs Vortrag darauf aufmerksam gemacht, dass es unglaublich ist, wie die Universität strukturiert ist, dass es nur so wenige Schwarze/PoC Professxs gibt.“
3.2 „Di_e Sprech_erin der queer_feministischen Hochschulgruppe konnte ihr_e Kommilito_ninnen, Freun_dinnen und die Mitarbeit_erinnen der Uni für i_hr Anliegen begeistern. Kei_ne verwendete ih_r Stimmrecht dagegen.“ (Anmerkung der Blog_gerin: Natürlich geht dieser Text davon aus, dass auch die männlichen Mitarbeit_erinnen begeistert zustimmten, obwohl ein normal tickender Mensch nie darauf käme.)

Das ist gendergerechte Formulierung, aber einfache Sprache ist was anderes.

Diese Argumentation folgt dem Argumentationsmuster des Sprachführers. Mathematisch Indoktrinierte wie ich haben die Behinderung, unbedingt logisch denken zu müssen, auch wenn die Basis – vorsichtig ausgedrückt – völliger Mumpitz ist.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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3 Antworten zu Feministisch Sprachhandeln – Die Auflösung

  1. waldbesucher schreibt:

    Ich hatte diese ganze Abhandlung der AG (soweit ich etwas davon gelesen habe, denn lesbar ist das ja nicht mehr) eigentlich als Satire verstanden. Die meinen das doch nicht etwa ernst?

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