Nach Osten 4.1: Automatisierung

Am Ein- und Ausgang zu den Bahnsteigen stehen Fahrkarten-Leseautomaten. Man steckt die Karte vorn herein, und sie kommt oben heraus. Theoretisch. In der Praxis steht da ein tödlich gelangweilter Mensch, der mir die Karte aus der Hand reißt, in den Automaten stopft, oben ohne hinzusehen aus dem Schlitz nimmt und mir hinhält. Das würde ich verstehen, wenn ich als ahnungsloser Europäer den Verkehr aufhielte, aber er tut genau das mit jedem Menschen in der Reihe, ob nun deutsch oder chinesisch.
Auch in der Tiefgarage gibt es die üblichen Automaten. Auch da springt ein Mann aus einem Wächterhäuschen, drückt auf den roten Knopf und hält dem Fahrer die Karte hin – etwa zehn Zentimeter neben dem Auswurfschlitz.
Mich würde nicht wundern, wenn die hier Leute einstellten, die mit Hand die Ampeln umschalten oder Verkehrsschilder hoch halten. Dass ich den Fahrstuhl richtig bedienen kann, glaubt mir ohnehin kein Mensch. Vor dem Hotel steht ein gelangweilter Page in der Kälte, der für mich die Drehtür aktiviert, damit ich keine Viertelsekunde zu lange warten muss.

Bahnhof Kunshan

Bahnhof Kunshan

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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2 Antworten zu Nach Osten 4.1: Automatisierung

  1. Inge schreibt:

    Eine Maßnahme zur Senkung der Arbeitslosigkeit?

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