Ab in den Wald!

WaldbuchDie heutigen Kinder kommen viel zu selten in den Wald! Da waren sich die Wald- und Wiesenautoren des Thüringer Schriftstellerverbandes einig. Die gehen selbst gern einmal im Grünen wandern. Und wenn sie mit dem Zustand der Welt unzufrieden sind, dann nölen sie nicht nur rum, sondern tun, was Autoren so tun: schreiben. Im konkreten Fall ein Buch über den Wald, Zielgruppe etwa 10 Jahre. Da gibt es Geschichten über Luchse, Eulen und Krähen, über Wildschweine, Ameisen und Kinder, jeweils garniert mit einem kleinen Infotext zum Thema. Allerdings gibt es keinen Infotext, merke ich gerade, zum Thema „Kinder“. Dafür aber Gedichte von Ulf Annel, der das mit den Reimen tatsächlich hinbekommt – und ohne dass es peinlich wirkt. Ich bin beeindruckt, denn dieses Talent geht mir völlig ab.
Meine Lieblingsgeschichten sind „Immer der Nase nach“ von Jörg Dietrich und „Der Sturz vom Krötenkopf“ von Siegfried Nucke. Erstere erzählt von Fuchs und Dachs und einem Wunderbaum „Grüner Apfel“, der den ganzen Wald – nun ja – verstänkert. Das ist sehr witzig erzählt. Die zweite auch. Die allerdings hat die Pilzmücke zum Helden, und die möchte endlich auch einmal vom Nationalparkranger fotografiert werden. Ich wusste noch nicht einmal, dass es Pilzmücken gibt, obwohl ich natürlich weiß, dass es wurmige Pilze gibt. Wieder was gelernt. Und ich werde demnächst wieder seltsame Dinge fotografieren. Dann bleiben die Leute stehen, schauen sich um und denken: Was zum Teufel gibt es hier denn zu sehen?
Ich selbst habe auch ein Abenteuer beigesteuert, und meine Waldbewohnerin ist, wie sollte es anders sein, eine phantastische: ein Erdweibel, dass sich über einen verirrten Jungen amüsiert, aber nicht ohne ihn am Ende auf den rechten Weg zu leiten. Früher gab es die häufiger in Thüringen, als es noch dunkle Wälder gab, in denen sich auch Erwachsene verliefen. Es war ein Spaß, das zu schreiben, und nebenbei lernte ich, dass man in Bayern auf Ahornbäumen herumkriecht und Schmetterlinge zählt. Über 60 Arten hat man da gefunden. Ach ja, und Feldahorn-Blätter kann man sauer einlegen – und essen.
Das Allerbeste am Buch aber sind die witzigen und liebevollen Illustrationen einer Weimarer Graphiker-Gruppe namens ZEICH MAL. Das machen sie sehr gut. Nur traurig, dass es nicht auch noch zu Farbe gereicht hat. Das wäre noch viel, viel schöner. Das Artikelbild stammt von Alexander von Knorre.
Kurzum, es ist ein wirklich schönes und intelligentes Buch geworden, und wenn es keinen Appetit macht auf Wald, dann hilft wirklich gar nichts mehr.

Zehn Sekunden Werbung: „Bis bald im Wald“ ist im KLAK-Verlag erschienen und überall, wo es Bücher gibt, für 12.90 € zu kaufen.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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Eine Antwort zu Ab in den Wald!

  1. Inge schreibt:

    Vielleicht sollte man mal ein Buch über Mücken schreiben
    http://www.mueckenschutz-ratgeber.de/mueckenarten-im-ueberblick/

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