Widerstand ist zwecklos

In der Pressekonferenz
Wolfgang Schäuble: „Wir haben der Vereinbarung mit Griechenland heute noch einen Passus hinzugefügt. Ab sofort wird jeder Grieche ab 14 Jahre in der Öffentlichkeit mit schwarz-rot-goldenen Streifen im Gesicht herumlaufen.“
Reporter: „Aber das bringt doch keinen Cent in die Kassen. Warum verlangen Sie so etwas?“
Wolfgang Schäuble: „Weil wir es können. Und außerdem hat der Gyros-Verkäufer an der Ecke mir neulich die Zunge herausgestreckt.“

Greece

Die Griechen haben falsch gewählt. Wenn sie eine konservative Regierung gewählt hätten, dann hätte man die Renten gekürzt und die Löhne der Lehrer, Müllfahrer und Hausmeister, aber man hätte ihnen vermutlich die Häfen gelassen und darauf verzichtet, das Land endgültig in den Ruin zu treiben. Nicht dass es irgendetwas genützt hätte. Die Milliardenkredite, die immer wieder durch Griechenland gepumpt werden, reichen gerade einmal für die Zinszahlung für ältere Kredite, und es gibt nicht einmal theoretisch die Möglichkeit, dass Griechenland seine Schulden je los wird. Es sei denn, man findet plötzlich Öl in der Ägäis. Allerdings werden die Schürfrechte da dann ausländischen Investoren gehören, die sie für den Gegenwert eines Eierkuchens mit Apfelmus bekommen haben.
Aber die Griechen hatten die Illusion, in einer Demokratie zu leben und mit Wahlen etwas ändern zu können. Sie haben die eher linke Syriza gewählt. Schlimmer noch – die griechische Regierung versuchte allen Ernstes, ihre Wahlversprechen zu halten. Sie versuchte es mit Vernunft und Vorschlägen, die wenigstens einen Rest Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung ließen.
Das durfte nicht sein. Das Beispiel hätte Schule machen können. Wo kämen wir da hin, wenn die Bevölkerung plötzlich Regierungen wählte, die ihre Interessen vertreten! Wo kämen wir hin, wenn die Menschen wieder Hoffnung hätten. Es geht nicht um Geld.
Es geht darum, auch dem letzten Träumer in Europa klarzumachen, dass Widerstand zwecklos ist. Demokratie ist nur solange gut, wie sie keiner ernsthaft betreibt. Wer es versucht, wird bestraft. Akzeptiert wird nicht weniger als die totale Unterwerfung, auch wenn es wirtschaftlich der reine Unsinn ist.
Mir ist es peinlich, dass diese Schulhofschläger-Politik überall in Europa „deutsch“ heißt. „Die Deutschen“ schreiben die Griechen, wenn sie Merkel & Co. meinen, und ich möchte allemal einwenden: „Ich war das nicht. Ich habe diese Typen noch nicht einmal gewählt!“ Ich kann nicht dafür, dass ich in einem Land geboren wurde, in dem die Leute schon Angst davor haben, ohne Genehmigung Blumen in öffentlichen Grünanlagen zu pflanzen.
Das ist die Stelle, wieder einmal Matthias Claudius zu zitieren: „’s ist leider Krieg – und ich begehre nicht schuld daran zu sein!“

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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2 Antworten zu Widerstand ist zwecklos

  1. javlauf schreibt:

    Hat dies auf javlauf rebloggt.

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