Gesund durch Bäume

Diese zehn Gingkos bemühen sich neben anderen um mein Wohlbefinden.

Diese zehn Gingkos bemühen sich neben anderen um mein Wohlbefinden.

„Grün beruhigt“ oder „Grün ist gut für die Augen“ meint der Volksmund. Dass Bäume und Gesundheit zusammenhängen, scheint vielen Leuten naheliegend.
Genauer untersucht haben das Omid Kardan und Kollegen von der Universität Chicago. Für ihre Untersuchung wählten sie die kanadische Großstadt Toronto, weil Kanada wie Deutschland ein allgemeines Gesundheitssystem hat, sodass der Zugang zu ärztlicher Versorgung nicht vom Einkommen abhängt. Als Grundlage dienten Daten der Ontario Health Study mit fast 95.000 Teilnehmern. Sie bestätigen die Volksweisheit: Je mehr Straßenbäume es in der Nachbarschaft gibt, umso gesünder fühlen sich die Leute. Auch bei der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es eine deutliche Korrelation. Wer in einer baumreichen Gegend lebt, der hat ein geringeres Herzinfarktrisiko.
Zwar gibt es auch andere Einflussfaktoren wie Ernährungsgewohnheiten, Alter, Einkommen und Bildung, aber auch wenn man diese herausrechnet, bleibt eine baumbedingte Differenz. Die Psychologen geben erstaunliche Vergleiche an. Zehn Bäume mehr pro Wohnblock entsprechen einem Unterschied im persönlichen Wohlbefinden, den man sonst mit 10.000 $ mehr Jahreseinkommen erreicht – oder wenn man sieben Jahre jünger ist. Die Wohnblöcke in Toronto haben zwischen 400 und 700 Einwohner. Ein großer Baum steigert in der dichtbesiedelten Großstadt also im Durchschnitt das Wohlbefinden von mehr als 50 Menschen.
Wie genau er das schafft, können die Psychologen noch nicht sagen. Sie halten verschiedene Effekte für wahrscheinlich. Bäume filtern in großer Menge Staub aus der Luft und verbessern damit objektiv die Luftqualität. Durch Verdunstung und Schatten kühlen sie im Sommer. Außerdem laden sie zu körperlichen Aktivitäten wie Spazierengehen oder Joggen ein. Nicht zuletzt sind sie einfach schön, und das baut Stress ab.
Die Schlussfolgerung der Chicagoer Wissenschaftler ist einfach: Pflanzt mehr Bäume in der Stadt. Es ist eine einfache und preiswerte Methode, die Menschen gesünder zu machen.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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4 Antworten zu Gesund durch Bäume

  1. Ossiblock schreibt:

    „Die Schlussfolgerung der Chicagoer Wissenschaftler ist einfach: Pflanzt mehr Bäume in der Stadt. Es ist eine einfache und preiswerte Methode, die Menschen gesünder zu machen.“

    Schafft den Kapitalismus ab – das wäre meine Schlußfolgerung gewesen.
    Ich bin am großen Wasser aufgewachsen – nur der Broterwerb zwingt mich, in einer häßlichen Stadt zu leben, die auch nicht mit Bäumen hübscher wird.

    • Heidrun Jänchen schreibt:

      Wenn ich zu DDR-Zeiten nicht Bitterfeld gesehen hätte, würde ich das vielleicht glauben …
      Die natur- und menschengerechte Gesellschaft muss erst noch erfunden werden, aber wenn es einer versucht, bin ich auf jeden Fall dabei.

      • Ossiblock schreibt:

        Bitterfeld am großen Wasser? Nee. Ich habe in Leipzig studiert und den Dreck jeden Tag eingeatmet. Je nach Windrichtung.

        Hier in Vorpommern gab es keinen Dreck. Aber Arbeitsplätze.

      • Ein Leser, der öfter vorbeischaut schreibt:

        @Ossiblock, die Energie musste auch für Vorpommern irgendwo erzeugt werden – und wenn man keien AKWs möchte, muss ein Braunkohlekraftwerk halt irgendwo seine Luft hinpusten … und auch Chemie etc. macht halt Dreck – womit hätten die Vorpommer Bauern ihre Felder düngen sollen?
        Aber ist klar – mein Strom kommt aus der Steckdose!

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