Hurra, es geht bergab!

Zackenschotenschoten

Zackenschotenschoten: klein, rund und mit einem Zacken. Was so aussieht, muss raus.

Den Zackenschoten auf der Wiese zwischen Ammerbacher Oberweg und Ammerbacher Mittelweg (ja, die heißen wirklich so) geht es nicht gut. Bisher nahmen sie an, keine natürlichen Feinde zu haben. Haben sie aber. Sie sind nur halb so groß wie im letzten Jahr, und die meisten stehen in losem Boden. Manche sind keine zwanzig Zentimeter hoch. Die Pfahlwurzeln haben zwei, drei, vier Notwürzelchen getrieben, an deren Ende die kümmerlichen Exemplare wachsen. Denn die Pfahlwurzeln wurden gekappt.
Das ist eine gute Nachricht. Ich bin seit inzwischen drei Jahren mit dem Unkrautspaten unterwegs. Ich zwinge mich, nicht jeder Pflanze am Wegesrand zu Leibe zu rücken, sondern säuberlich vom Oberweg aus alles auszustechen, was unangemessen gelb aus der Wiese ragt. Sie sind jedes Jahr wieder da, aber dieses Jahr schwächeln sie. Ich beginne, den gleichen grimmigen Optimismus zu entwickeln wie unser Jenaer Zackenschotologe Gunnar Seibt, der durch nichts zu entmutigen ist.

KeineZackenschote

Irgendein anderer gelber Kreuzblütler: lange, dünne Schoten ohne Spitze. Harmlos. Darf bleiben.

Wenn jeder Jenaer jeden Tag nur eine einzige Zackenschote ausrisse, dann hätten wir in anderthalber Woche eine Million weniger davon. Eigentlich kein großes Ding, eine Pflanze pro Tag … Es machen nur zu wenige. Allerdings ist der dichte Bestand am Ammerbacher Mittelweg entlang, den ich bisher tapfer ignoriert habe, seit zwei Tagen verschwunden. Da hat sich ein zweiter Fressfeind gefunden. Noch ist Hoffnung.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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Eine Antwort zu Hurra, es geht bergab!

  1. Tobias schreibt:

    Sehr schön! Ich führe hier einen ähnlichen Kampf: Noch steht die Zackenschote nur in Bad Berka, aber die Kanadische Goldrute macht jedes Jahr Boden gut. Wenn ich hier am Goethewanderweg vor meiner Haustür gegen sie ins Feld ziehe, gibt es immer wieder empörte Wortmeldungen der Wandersleut. Und auch sonst sehe ich im Dorf an jedem Gartenzaun ein hübsches gelb blühendes, gebündelt organisiertes Goldrutenvorkommen. Warum fällt niemandem auf, dass die Biester sich bereits in den Wald hineinarbeiten?

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