Trikotwerbung für Politiker

FDP_Wahlplakat_BMW_KManchmal unterläuft sogar der Deutschland AG so etwas wie Transparenz. Beim Bundestag gibt es eine Website, auf der Großspenden an Parteien monatsweise veröffentlicht werden, jedenfalls für die Parteien im Bundestag. Bei den anderen dauert es länger.
Gerade vor Wahlen ist das eine spannende Lektüre, aus der man mehr oder minder ableiten kann, was die deutsche Industrie gern hätte: Schwarz-Geld, äh, Geld, äh, Gelb (das ist ein realer Teppfehler, der mir tatsächlich doppelt unterlaufen ist. Tippfehler. Es ist zu heiß hier.). Das heißt, wenn es nach Spendenhöhe geht, dann wäre das Gelb-Schwarz. 1.56 Mio. € haben die Wirtschaftsliberalen in diesem Jahr eingenommen, die mir noch vor kurzem antworteten, sie seien doch keine Lobbypartei.
Die Spendenliste ist spannend: Die notorische Unternehmervereinigung Metall, BMW, BMW, Audi, der Gründer der Helios-Kliniken, Medizintechnik-Hersteller und seltsame Unternehmensberatungsfirmen, die man vermutlich bezahlt, damit sie die FDP beraten. Bei manchen muss man schon im Internet eine Weile stöbern, bis man merkt, wer sich da als Privatperson tarnt. Wenn die Spender Klatten und Quandt heißen, ist es einfacher, obwohl ich mir nie merken kann, welche Familiendynastie jetzt zu welcher Automarke gehört. Die Autoindustrie scheint wirklich Muffengang zu haben.
Daimler verteilt die Spenden gleichmäßig auf CDU und SPD – und ist damit einziger SPD-Großspender. Die Zeiten, wo man die Spezialdemokraten brauchte, um Sozialabbau betreiben zu können, sind vorbei. Sie haben sich damit erfolgreich ruiniert und werden mehr oder weniger entsorgt.
Die Grünen haben 100.000 € von einem reichen Erben mit grünem Gewissen bekommen, der das tatsächlich politisch zu meinen scheint. Soll vorkommen. Er nennt sie witzigerweise „das kleinste Übel„.
Wenn man den Südschleswiger Wählerverband ignoriert, der von Dänemark für eine Übersetzung gesponsert wurde, war es das. Die anderen müssen mit Kleckerbeträgen unter 50.000 € in den Wahlkampf ziehen.
Da wäre es schon besser, die Politiker müssten wie Fußballer mit Trikotwerbung zum Wahlkampfauftritt gehen. Die BMW-Helios-Partei? Hm, klingt nicht, als würden die meine Interessen vertreten. Also doch lieber nicht wählen. Das könnte hilfreich sein. Denn wie heißt es so schön: Wes Brot ich ess …

PS: Das Copyright für das Plakat liegt natürlich bei der Freien BMW-Partei. Wenn jetzt jeder meiner Leser einen BMW-Diesel kauft, sieht der Konzern hoffentlich von einer Klage wegen Verletzung des Urheberrechtes ab …

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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