Das wahre Leben: A9

Sonntag Mittag, aber die Autobahn am Kreuz München-Irgendwas ist so voll wie im besten Berufsverkehr. Ich sortiere mich mit Mühe auf die A9 in Richtung Nürnberg. Aus dem Radio hämmert AC/DC: „I’m on a highway to hell …“
Na, na, denke ich, so schlimm ist Nürnberg nun auch nicht.
Gefühlte Jahre später erreiche ich den vermuteten Ort des Bösen. „Nürnberg-Feucht“ steht an der Ausfahrt. Das ist untertrieben. Es gießt wie aus Eimern. Ich frage mich, wie sie bei diesem Wetter die Feuer in Gang halten. Insgeheim glaube ich ohnehin, dass es in der Hölle nass und kalt ist. Allein der Anblick der klatschnassen Autobahn unter tiefschwarzen Wolken macht mir kalte Füße.
Auf Höhe Pegnitz – mir wachsen inzwischen Schwimmhäute – ein braunes Schild am Straßenrand: „Teufelshöhle Pottenstein“.
Es gibt kein Entrinnen. Auf der A9 lastet ein höllischer Fluch. Aber der ist nass.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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