Unisex-Toiletten 3: Steuerverschwendung!

Unisexklo3.jpg

Toilette auf Senja/Norwegen. Gibt da sogar warmes Wasser, mit Solarstrom geheizt.

Unisex-Toiletten sind in vielen Gegenden der Welt kein Thema. Norwegen habe ich als entspanntes positives Beispiel ja schon vorgestellt.
Jetzt hat die Universität Jena All-Gender-Toiletten eingerichtet, weil es Menschen gab, die sich auf den Single-Gender-Toiletten nicht recht wohl fühlten. Wenn man als Dragqueen unterwegs ist, hat man vermutlich sowohl in der weiblichen als auch in der männlichen Toilette ein Problem mit der allgemeinen Akzeptanz. Der Studierendenrat wollte deshalb Unisextoiletten, die „dazu beitragen, dass für Inter-, Trans-und Queer-Personen ein sicherer Raum (Safespace) geschaffen würde, in dem sie unbeschwert auf Toilette gehen“ können. Das kann man je nach Gemütslage rührend oder albern finden. Das „unbeschwert auf Toilette gehen“ fasziniert mich jedenfalls. Ich gehe da meist hin, um mich zu erleichtern, also eher beschwert.
Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag scheint das weniger lustig zu finden. Die hat dazu tatsächlich eine Kleine Anfrage eingereicht, die kürzlich beantwortet wurde. Man witterte skandalöse Steuerverschwendung, die zu Einschränkungen der Qualität der Lehre führen könnte.
In der Tat hat die Universität horrende 200 € für die Umschilderung ausgegeben und gleich noch für 145 € weitere Schilder geordert. Das Ministerium antwortete höchst sachlich: „Weder aufgrund der mitgeteilten Kosten für die Beschilderung von „All-Gender-Toiletten“ noch aus sonstigem Grund kam es an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu Sparmaßnahmen auf Kosten der Studienqualität.“ Ich bewundere das. Ich hätte vermutlich geschrieben, dass am 2. Januar alle Lehrveranstaltungen um eine Minute gekürzt werden mussten, um die Unisex-Toiletten gegenzufinanzieren. Die Universität hat aus Landesmitteln einen Etat von 40 Mio. € pro Jahr. Wir reden hier von 0.008 Promille. Mit Deutschland geht es bergab.
Landtage und Ministerien beschäftigen sich allen Ernstes mit der Beschilderung von Toiletten. Die AfD ist eine echte Bereicherung.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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3 Antworten zu Unisex-Toiletten 3: Steuerverschwendung!

  1. Inge schreibt:

    Ich denke mal, Dragqueens gehen eher selten an der Uni aufs Klo. Und wenn, dann haben sie eher das Problem, dass sich sich ihren Fummel nicht dreckig machen. Ansonsten hätte ich nichts dagegen, dass sie das Damenklo benutzen, solange sie die Tür hinter sich zumachen und sich hinsetzen. Würde vermutlich nicht mal auffallen.

    • Heidrun Jänchen schreibt:

      Ich hätte damit auch kein Problem, aber wir haben uns früher auch mit den Männern zusammen in der Turnhalle umgezogen. Die heutigen Studentinnen machen mir da einen wesentlich empfindsameren Eindruck. Die erinnern mich eher an die Generation meiner Eltern. Die Varianten Sitz- und Stehklos finde ich allerdings auch richtig. Aber Bergsteigerhütten sind sowieso eine eigene Kategorie. Die Zimperlichen kommen da nie hin, und die anderen sind froh, ein überdachtes Loch im Boden zu haben.

  2. Inge schreibt:

    Übrigens waren wir neulich auf einer Hütte des Sächsischen Bergsteigerbunds. Da gab es drei neue Toiletten, von denen zwei als Sitzplätze gekennzeichnet waren, eins als Stehplatz. Fand ich völlig in Ordnung.

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