MNE2: Flattertata!

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und definitiv nach den Bienen und Schmetterlingen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen klar war, dass es zur Jahrtausendwende in Deutschland keinen Wald mehr geben würde. Wenn ich aus dem Fenster sehe, weiß ich, dass sich der Alarmismus und die Panikmache gelohnt haben. Da steht der Wald und ahnt nicht, dass er gestorben sein sollte.
Vielleicht werden in Zeiten von Glyphosat & Co. die Städte zu Refugien für die bedrohten Insekten. In meinem Garten jedenfalls flattert und schwirrt es nach wie vor und ahnt ebenfalls nichts Böses. Ich mag das.
Für mich war es eine unglaubliche Erkenntnis, dass sich unter der Bezeichnung „Bläuling“ ungefähr 50 Arten tummeln, die zum Teil ganz verschieden aussehen (auch grau oder braun mit orangefarbenen Punkten …). Die Natur hat daran über Millionen von Jahren gebastelt und diese erstaunliche Formen- und Farbenvielfalt zustande gebracht. Das kann man doch nicht einfach so in die Tonne treten?
Und deshalb gibt es hier ein paar exotische Exemplare, die ich in Montenegro gejagt habe. Wenn jemand wie ich im Klostergarten auf die Knie fällt, dann hat das nichts mit religlöser Erleuchtung zu tun, sondern mit dem Zwergbläuling, der da auf der Wiese sitzt und den ich zwecks Identifizierung unbedingt von der Seite fotografieren muss.
(Auf eins der Bilder klicken, um die Galerie zu öffnen)

PS: Das Flattertata stammt natürlich von Christian Morgenstern und aus dem Lied vom einsamen Hemmed.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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Eine Antwort zu MNE2: Flattertata!

  1. Matcha schreibt:

    Hm, eine Schmetterlingsfreundin, freut mich. Bläulinge sind interessant.

    Hier in Japan gibt es eine Art, die reagiert auf sinkende Temperaturen im Habitat mit einer Gendefektquote von bis zu 50% in der nachfolgenden Generation, Farbvarianten, Augenfehler usw.. Ursprünglich lebt dieser Schmetterling auf den Okinawainseln, verbreitete sich im Laufe des letzten Jahrhunderts über Kyushu bis etwa Mitte Honshu. Okinawa hat tropisches Klima, östliches Honshu – Tokio, Ibaraki – dagegen in etwa ein Klima wie Norditalien, bis dorthin haben sich vereinzelte Populationen des Schmetterlings ausgebreitet und zeigen wegen der kalten Temperaturen Gendefekte in den nachfolgenden Generationen, die auf Okinawa nicht vorkommen. Weiter nördlich bis Akita, wo die Winter schneereich und kalt sind, ist dieser Schmetterling nicht mehr zu finden, nur vereinzelt als Sommergast.

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