Das war’s, Winter

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Meine Ringelblumen hat der Frost im Januar doch noch erwischt. Die Primeln haben sich nicht stören lassen. Jetzt aber sind die ersten Krokusse in der Wiese aufgetaucht. Das war’s für den Winter.  Jedenfalls in Jena.
Voller Frühlingsgefühle beschloss ich, den Weg zurück von der Autowerkstatt mit dem Fahrrad zu fahren – 10 km durchs Saaletal. Zwischen Kunitz und Porstendorf hat man mit viel Fördergeld einen weitgehend überflüssigen Radweg angelegt. Es gab nämlich schon einen in bester Feldweg-Qualität am Bahndamm entlang. Inzwischen gibt es einen zweiten an der Saale entlang – Asphalt und drei Meter breit. Mir sind auf der Strecke tatsächlich zwei andere Radler begegnet, nicht aber die unzähligen Fußgänger, derentwegen der Radweg angeblich so breit sein musste. Dafür sah man deutlich die Reifenspuren der Traktoren … Böse Zungen sagen, den Weg gibt es nur, damit die Holzbrücke zu Kunitz irgendeinen verkehrlichen Sinn bekommt, denn daneben gibt es eine voll funktionstüchtige Brücke aus Stahl und Beton. Vorgeblich aber geht es darum, die Saale „erlebbar“ zu machen.
Das habe ich mir gespart. Es ist verdammt zu kalt dazu, und ich bin keine Ente. Auch kein Gänsesäger. Aber da ich beschlossen hatte, den Erlebnisweg zu besichtigen, habe ich natürlich auch genau hingeschaut.
Es gibt da nicht nur die erwähnten Gänsesäger, sondern auch einen energischen Weidensäger. Dass es in der Saale Biber gibt, hielt ich bisher für ein Gerücht. Gesehen habe ich nur Nutrias (übrigens eine invasive Art, wenn auch possierlich. Im Gegensatz zu Bibern untergraben sie Böschungen. Biber bauen Dämme und überschwemmen damit die Gegend.) Angesichts der angenagten Weiden bin ich bereit, an Biber zu glauben. Sie wären eigentlich ein Grund, die Saale nicht ganz so erlebbar zu machen. Das ungefähr Vorletzte, was Biber haben möchten, sind Kinder, die laut schreiend Stöcke und Steine ins Wasser werfen, und Radtouristen, die an den Rastplätzen ihren Müll breitwerfen.
Kraniche und Gänse waren zu schnell für mich (anhalten, Rucksack abnehmen, Kamera herausfummeln, mit Handschuhen einzustellen versuchen, fluchend Handschuhe ausziehen …). Es ist allerhand los in der Saaleaue, und es wird ganz offensichtlich Frühling.

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Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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