Notfallblog: 50.000

Intensivbettenauslastung in Thüringen laut DIVI-Register am 15.11.2021

Selbst der motivationslosen scheidenden CDU-Regierung und der im Postenschacher gefangenen künftigen Ampel dämmert langsam, dass es ein Problem gibt im Lande. In der vergangenen Woche gab es zum ersten Mal seit Beginn der COVID19-Pandemie Infektionszahlen über 50.000. Sie entwickeln sich genau so, wie man anhand der Reproduktionszahlen erwarten würde. Weil, dings, Mathematik. Jeder, der schon mal von Statistik gehört hat, würde exakt das erwarten.
Die Intensivstationen laufen voll. In Thüringen liegt die Auslastung der Intensivbetten inzwischen bei 85.3 %. Davon sind 29.3 % COVID-Patienten, Tendenz steigend. Sie verteilen sich ungleich auf die Kreise. Einige Krankenhäuser scheinen grundsätzlich keine COVID-Patienten zu behandeln, weil ihnen die entsprechende Ausrüstung oder das geschulte Personal fehlen. Diese Kreise werden von den Querdenkern gern herangezogen, um zu begründen, dass die dramatische Situation nichts mit der Pandemie zu tun haben kann.
Allerdings liegt der Anteil anderswo entsprechend höher. In Hildburghausen sind es zwei Drittel, in Suhl, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg und Rudolstadt-Saalfeld sind es mehr als die Hälfte. In sechs der 23 Thüringer Kreise ist kein einziges Intensivbett mehr frei. Insgesamt gibt es noch 102 im Freistaat. Wenn nicht ab und zu einer stürbe, wüsste man gar nicht mehr, wie man die Lage beherrschen sollte.
Dass es noch freie Betten gibt, liegt vor allem daran, dass „planbare Operationen“ verschoben werden. Das mag im Fall von Hüftgelenksprothesen noch angehen. Diese Patienten schweben nicht in Lebensgefahr. Sie haben lediglich Schmerzen und können schlecht gehen. Das ist ein kleines Opfer dafür, dass sie infizierten Querdenkern ihr Bett überlassen dürfen. Dafür leidet man doch gern.
Es betrifft aber auch Tumor- und Herzpatienten. Die Verschiebung kann zu einer deutlichen Verschlechterung ihrer Situation führen, im Extremfall zum Tod. Die Triage findet schon statt, indem man sich vormacht, die planbaren Operationen seien irgendwie nicht dringend. Außerdem werden Patienten, die nicht beatmet werden müssen, schneller auf die normalen Stationen zurückverlegt, als eigentlich vorgesehen ist. Das ist gefährlich, aber vielleicht hat man ja Glück. Zugunsten der Impfgegner nimmt man das Risiko gern in Kauf.
Die Querdenker aber toben, weil Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, gewagt hat, von der „Tyrannei der Ungeimpften“ zu sprechen. Für die Extrawürste, die man ihnen brät, möchten sie gern gelobt werden. Schließlich bieten sie anderen die Gelegenheit, sich selbstlos für sie aufzuopfern.

Quelle: https://www.divi.de/register/tagesreport

Über Heidrun Jänchen

Physikerin, Autorin von Fantasy und Science Fiction und als Mitglied der Bevölkerung engagierte und unangepasste Bürgerin
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Eine Antwort zu Notfallblog: 50.000

  1. Evelyn schreibt:

    Auf den Punkt gebracht!

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