Nr. 35 mordet

In diesem Jahr gab es wenig Sondervögel. Die Erlenzeisige, wenn sie erst einmal vom Paradies in unseren Garten umgezogen sind, kommen in solchen Unmengen, dass sie schlagartig in die Kategorie „das übliche Gesocks“ fallen.
Inzwischen allerdings ist Vogelart Nr. 35 aufgetaucht – der Sperber. Als wir ihn das erste Mal sahen, schoss er am Vogelhaus vorbei durch den Garten und griff sich einen Zeisig aus der Luft. Das zweite Mal auch. Er hält unsere Mittagsgäste für das Mittagessen und ignoriert Erdnüsse und Sonnenblumenkerne ebenso wie Mehlwürmer.
Seit das Futterhaus im Dickicht von Schlehe, Hagebutte und Flieder steht, ist es mit der eleganten Fliegerei vorbei. Jetzt sitzt er ein wenig ratlos auf dem Futterhaus, während die Zeisige verdrossen im dichten Gezweig der Schlehe hocken und warten, dass er sich endlich vom Acker macht.Sperber
Natürlich weiß ich, dass der Sperber erheblich seltener ist als die Erlenzeisige und auch von irgendwas leben muss. Aber einerseits hätte er dann wenigstens zu Vogelzählung auftauchen können, und andererseits könnte er bitte Vögel fressen, die ich nicht persönlich kenne – und die Reste nicht einfach im Garten liegen lassen.

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Das war’s, Winter

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Meine Ringelblumen hat der Frost im Januar doch noch erwischt. Die Primeln haben sich nicht stören lassen. Jetzt aber sind die ersten Krokusse in der Wiese aufgetaucht. Das war’s für den Winter.  Jedenfalls in Jena.
Voller Frühlingsgefühle beschloss ich, den Weg zurück von der Autowerkstatt mit dem Fahrrad zu fahren – 10 km durchs Saaletal. Zwischen Kunitz und Porstendorf hat man mit viel Fördergeld einen weitgehend überflüssigen Radweg angelegt. Es gab nämlich schon einen in bester Feldweg-Qualität am Bahndamm entlang. Inzwischen gibt es einen zweiten an der Saale entlang – Asphalt und drei Meter breit. Mir sind auf der Strecke tatsächlich zwei andere Radler begegnet, nicht aber die unzähligen Fußgänger, derentwegen der Radweg angeblich so breit sein musste. Dafür sah man deutlich die Reifenspuren der Traktoren … Böse Zungen sagen, den Weg gibt es nur, damit die Holzbrücke zu Kunitz irgendeinen verkehrlichen Sinn bekommt, denn daneben gibt es eine voll funktionstüchtige Brücke aus Stahl und Beton. Vorgeblich aber geht es darum, die Saale „erlebbar“ zu machen.
Das habe ich mir gespart. Es ist verdammt zu kalt dazu, und ich bin keine Ente. Auch kein Gänsesäger. Aber da ich beschlossen hatte, den Erlebnisweg zu besichtigen, habe ich natürlich auch genau hingeschaut.
Es gibt da nicht nur die erwähnten Gänsesäger, sondern auch einen energischen Weidensäger. Dass es in der Saale Biber gibt, hielt ich bisher für ein Gerücht. Gesehen habe ich nur Nutrias (übrigens eine invasive Art, wenn auch possierlich. Im Gegensatz zu Bibern untergraben sie Böschungen. Biber bauen Dämme und überschwemmen damit die Gegend.) Angesichts der angenagten Weiden bin ich bereit, an Biber zu glauben. Sie wären eigentlich ein Grund, die Saale nicht ganz so erlebbar zu machen. Das ungefähr Vorletzte, was Biber haben möchten, sind Kinder, die laut schreiend Stöcke und Steine ins Wasser werfen, und Radtouristen, die an den Rastplätzen ihren Müll breitwerfen.
Kraniche und Gänse waren zu schnell für mich (anhalten, Rucksack abnehmen, Kamera herausfummeln, mit Handschuhen einzustellen versuchen, fluchend Handschuhe ausziehen …). Es ist allerhand los in der Saaleaue, und es wird ganz offensichtlich Frühling.

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Ehrlich mogeln

Die Thüringer Wahlgesetze verbieten zwar, dass Angestellte einer Kommune gleichzeitig Stadt- oder Gemeinderäte sind, nicht aber die Kandidatur. Das ist die Grundlage für das Unwesen der Scheinkandidaturen und Schleppmandate: Der Bürgermeister und seine Dezernenten stehen auf den Wahllisten ihrer Parteien und ziehen durch ihre Bekanntheit Stimmen auf sich, mit denen dann Leute, die keiner kennt und die kaum etwas bewegen, in den Stadtrat kommen. Ein Bürgermeister grinst ja bei jeder Baumpflanzung und Grundsteinlegung in die Kameras der Medien, als habe er den Baum selbst aufgezogen. Und natürlich hebt man sich für die Zeit vor der Wahl ein paar schöne Anlässe auf.
Bei der letzten Kommunalwahl ergaunerte der amtierende Oberbürgermeister allein 9000 Stimmen für seine SPD. Ohne ihn und einen Dezernenten hätte die SPD genau wie Grüne und eine freie Wählervereinigung mit fünf Mandaten statt neun im Stadtrat gesessen.
Sein Nachfolger von der FDP hat eine neue, ehrliche Politik versprochen. Das heißt, er steht zwar auf der Wahlliste der FDP – aber nicht auf Platz 1, sondern nur auf Platz 9, und er hat jetzt, fünf Monate vor der Wahl, schon mal erklärt, dass er das Mandat, sollte er gewählt werden, nicht annehmen wird, weil er als OB sowieso Stadtratsmitglied ist und nicht im Traum daran denkt, den gutbezahlten Bürgermeisterposten für den Hungerlohn eines Stadtrates aufzugeben. Und damit, argumentiert er, ist es gar keine Scheinkandidatur, weil man ja weiß, dass er nur zum Schein kandidiert. Wenn man das Beschiss am Wähler nennt, kommt der indignierte Vorwurf, man hielte den Wähler für dumm.
Nun ist es einigermaßen unplausibel, dass jemand Bürgermeister NItzsche wählt, damit er dann irgendein anderes FDP-Mitglied als Interessenvertreter bekommt, das von anderen Leuten Stimmen bekommen hat. Dann könnte er ja auch gleich ein FDP-Mitglied seiner Wahl wählen. Mit anderen Worten: Wer rundum gut informiert und politisch gebildet ist, hat nicht den Hauch eines Grundes, ausgerechnet den einzigen zu wählen, der gar nicht zur Wahl steht, selbst wenn er zu hundert Prozent hinter dessen Politik stünde. Das lässt nur einen Schluss zu: dass die FDP natürlich auf den uninformierten Wähler hofft, der meint, so ein OB müsste doch auch im Rat eine Stimme haben. Wenn man im Januar die große Ehrlichkeitsoffensive macht, dann kann man auch hoffen, dass etliche bis Mai die Mogelei aus den Augen verloren haben.
So richtig hinterhältig wird die Sache aber dadurch, dass Kritiker an der Scheinkandidatur sich anhören müssen, das sei billige Stimmungsmache, weil der OB ja von Anfang an gesagt habe, dass er das Stadtratsmandat gar nicht will, während sein Amtsvorgänger gewartet habe, bis andere das Problem zur Sprache brachten. Mit anderen Worten: Mogeln geht klar, wenn man vorher sagt, dass man mogeln wird. Der Kritiker ist das schwarze Schwein, das ungerechtfertigte Vorwürfe erhebt.
Clever sind sie schon, die Wahlstrategen der FDP. Sympathisch sind sie nicht.

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Britannica

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Die Schmetterlingin des Anstoßes: Frau Britannica

Blinde Hühner finden bekanntlich auch Körner, allerdings nur, wenn sie beharrlich picken. Wenn sie faul im Nest sitzen und der Körner harren, die da kommen sollen, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering. Das mit den blinden Hühnern ist die Grundlage von Citizen Science, was ich als Mitmach-Wissenschaft bezeichnen würde. Man stattet eine große Zahl enthusiastischer Amateure mit einem soliden Halbwissen aus und schaut, welche Daten sie zusammentragen. Die Spezialisten prüfen die Plausibilität und werten aus. Die jährliche Vogelzählung des NABU ist ein Paradebeispiel. (Als ich da erstmals 15 Stockenten meldete, prüften die tatsächlich, ob es im Park an der Saale Enten geben könnte – es kann also nicht jeder alles melden, was er lustig ist.) Von diesen Projekten gibt es eine Menge: deutschlandweit die Meldung der Apfelbaumblüte im eigenen Garten, Handyfotos von Lichtverschmutzung in Berlin und in Thüringen auch das Sammeln angenagter Haselnüsse. Mit Letzterem versucht man, der Haselmaus auf die Spur zu kommen.
Ein Projekt, nach dem man suchen muss, ist das Lepiforum. Das ist inzwischen eine riesige Datenbank von Schmetterlingen. Ihr verdanke ich die Erkenntnis, dass es Dutzende Arten von Bläulingen gibt, von denen einige braun und andere violett sind. Und dass man besser die Unterseite fotografiert, weil die viel charakteristischer ist als die Oberseite. Wenn man sich im Labyrinth des Forums völlig verlaufen hat und keine Ahnung hat, wonach man eigentlich sucht, darf man auch Anfragen stellen, die schnell und exakt beantwortet werden. Allerdings wird man nachdrücklich aufgefordert, exakte Angaben zu Datum, Uhrzeit und Koordinaten des Fotos zu machen.
Eigentlich war ich mir ziemlich sicher, dass der Weißling, der mir vors Objektiv geflattert war, ein Pieris napi, ein Grünaderweißling, war. Aber nicht so ganz. Irgendwie war mir ein Exemplar zu dunkel. Also fragte ich nach. Tata! Das war das Korn des Blinden Huhns: Was ich da erfolgreich verewigt hatte, war Pieris napis britannica, die britische Unterart des Grünaderweißlings, der sich mutmaßlich schon vor Jahrzehnten bis Jahrhunderten von den Kollegen am Festland abgesondert hat. Er flattert auf den Äußeren Hebriden herum. Das hat ihm nicht geholfen. Er steckt jetzt in der Datenbank des Lepiforums, damit andere blinde Hühner einen Lichtblick haben. Und das ist eine rundum erfreuliche Sache, wenn auch datenschutzrechtlich bedenklich. Ich habe kein schriftliches Einverständnis von ihm.

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Winterdienst

winterdienst

Die Straße, in der ich wohne, hat mehr als ein bisschen Gefälle. Wenn es schneit, kommt man sie nicht mehr hoch – weder mit dem Auto noch zu Fuß -, jedenfalls wenn es nasser Schneematsch ist. Es ist meistens nasser Schneematsch. Deshalb haben sich sieben von acht Anwohnern zusammen getan und einen privaten Winterdienst angeheuert. Der achte freut sich, dass man ihm die Straße räumt. Der ist so.
Das einzige Problem: Es schneit, und der Winterdienst wartet ab, ob es nicht doch von allein wegtaut. Es ist Sonnabend vormittag halb 10. Ich greife zum Schneeschieber und arbeite zwei reichlich reifenbreite Spuren frei. Als ich mit der zweiten fast wieder oben bin, heult hinter mir ein Motor. Der Winterdienst kommt, und dank meiner Vorarbeit kommt er auch problemlos hoch – bis ich beiseite trete und er an mir vorbei zieht. Als er versucht, rückwärts auf den Parkplatz zu fahren, kommt er ins Schlittern und rutscht beinahe in den Carport der Nachbarn.
Die Winterdienstler steigen aus. „So enne Scheiße, warum isn das so gladd hier?“, schimpft der eine. Ich denke: „Weil der Winterdienst seine Arbeit nicht macht“, und beobachte das Ganze. Sie fluchen ein bisschen über die Bordsteinkante, die sie als Wurzel allen Übels ausgemacht haben. Dagegentreten hilft allerdings nicht – sie ist stabil. Dann schaffen sie es, ihr Fahrzeug rückwärts auf den Parkplatz zu manövrieren.
Sie steigen aus und werfen etwa vier Schäufelchen Salz in die Einfahrt, vermutlich, um gefahrlos davonfahren zu können. Dann steigen sie wieder ein, fahren den Räumschild hoch und schalten die Sprühvorrichtung ein. So fahren sie die Straßen hinunter und davon.
Das Ganze hat keine fünf Minuten gedauert, und davon entfiel mindestens die Hälfte auf den Versuch, das eigene Fahrzeug in den Griff zu kriegen. Das macht dann 69 € pro „Einsatz“. Der Schnee liegt größtenteils noch, aber es regnet bereits.

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Das verschollene Verbum

ringelblume

Die Grammatik der deutschen Sprache ist umwerfend: Sie verschlingt jedes fremdländische Wort, beugt und dekliniert es, verordnet ihm ein Geschlecht, eine Mehrzahl und eine Handvoll Kinder und Enkel. Aber selbst die deutsche Sprache hat Löcher.
Ein gemauerter Torbogen ist das Ergebnis des Mauerns, ein gekochtes Ei entsteht durch Kochen, und ein geblümtes Kleid … Äh. Ja. Ganz offensichtlich ist „geblümt“ ein Partizip 2. Partizip 1 wäre „blümend“, und der Infinitiv sollte „blümen“ heißen, nicht bedrucken, besticken oder bemalen. Wenn es ihn denn gäbe. Das Verbum „blümen“ fehlt ganz offensichtlich im Wortschatz. Es beschreibt die Tätigkeit, etwas einigermaßen dicht mit Blumen zu versehen.
Dessen ungeachtet ist mein Garten auch Mitte Januar noch fröhlich geblümt, weil ich ihn im Sommer eifrig vor allem ringelblümte. Klammheimlich habe ich Anfang Dezember auch das Jenaer Paradies geblümt. Die Ergebnisse wird man in ein bis zwei Monaten hoffentlich sehen. Die spazierende Bevölkerung lobte mich schon mal fürs Blümen und wurnderte sich überhaupt nicht, dass ich Sonnabend in der Früh mit der Schaufel in der Grünanlage zugange war. Es ist die anerkannte Form zivilen Aufmupfes in Jena.

Beim Schreiben dieses Textes ist mir übrigens ein Fehlgriff unterlaufen: Zunächst stand da „genauerter Torbogen“, und das scheint irgendwie mit „genauer machen“ zu tun zu haben, genauern also. Unendliche Weiten …

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Das Kantholz der Wahrheit

Gewalt gegen Menschen ist scheiße. Für alle, die ob der Wortwahl tadelnd dreinschauen: Alles andere wäre ein Euphemismus. Ich weiß, wovon ich rede, seit mich ein blonder, sächsisch sprechender junger Mann in Chemnitz mit einem Springmesser angegriffen hat. Ich habe also tief durchgeatmet und gesagt: Ja, auch Gewalt gegen AfD-Politiker ist scheiße.
Andererseits … Der AfD war schon kurz nach der Attacke klar, dass die Täter „Linksfaschisten“ und das Ganze ein Mordanschlag war – befördert von der Hetze durch Linke, SPD und Grüne, mit einem Kantholz und Tritten gegen den Kopf und nur verhindert, weil ein netter Bauarbeiter eingeschritten ist.
magnitz2Zu dieser Zeit twitterte die Bremer Polizei noch, dass man keinerlei Erkenntnisse zum Tathergang habe. Inzwischen ist das Überwachungsvideo vom Tatort öffentlich, und es gab ein Bekennerschreiben auf Indymedia. Man weiß seither, dass es weder ein Kantholz noch Tritte oder einen Bauarbeiter gab. Ein Schlag gegen den Kopf ist immer noch Gewalt und kann ernste Folgen haben. Also scheiße. Aber kein Mordanschlag. Wenn ich (und man beachte hier den Konjunktiv) jemanden ermorden wollte, dann würde ich wenigstens nachschauen, ob es funktioniert hat. Es gab keinen störenden Bauarbeiter, der das verhindert hätte – und ein Kantholz gab es auch nicht. Es sieht sehr nach einem Ellbogen aus. Damit können nur wenige morden. Also wenn ich denn wollte, würde ich mir eine bessere Waffe suchen.
Bleibt der Bekennerbrief. Das ist offensichtlich das Einzige, was die Legende vom Mordanschlag durch Linksfaschisten noch stützt. Wie meine Großmutter schon sagte: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“ Es ist mindestens ebenso wahrscheinlich, dass den Bekennerbrief eine Partei geschrieben hat, die keine Hemmung hatte, Kanthölzer, Tritte und Bauarbeiter zu erfinden. Außerdem – wenn ich einen politischen Anschlag verübte (man beachte den Konjunktiv), dann würde ich der Überwachungskamera zeigen, wer hier zugeschlagen hat. Eine Rotfront-Faust wäre das Mindeste. Dem ganzen Vorgang fehlt das Theatralische, das politischen Anschlägen eigen ist. Zuschlagen und Weglaufen ist typische Straßenkriminalität. Warum den Bekennerbrief nicht an Ort und Stelle zurücklassen, um keine Zweifel aufkommen zu lassen? Und ganz ehrlich, wie revolutionär klingt denn „Bremer Frühling“? Das klingt wie Jahrmarkt mit Multi-Kulti-Kulturprogramm, wie hellgrüne Blümchentapete, aber nicht wie Rote Armee Fraktion oder Antifaschistische Aktion. Ich schließe nicht aus, dass die drei Angreifer sich selbst links einordnen. Vollpfosten gibt es auch unter Linken. Aber einen Beweis für wasauchimmer gibt es nicht, egal was die AfD zusammenphantasiert.
Tja, und dann musste ich feststellen, dass das Opfer des Angriffs ein empathieloser Widerling ist, der Gewalt gegen politische Gegner ausgesprochen witzig findet und gutheißt. Ein Mann, dem ich mit Vergnügen vor die Füße spucken werde, sollte ich die Gelegenheit dazu bekommen (kein Konjunktiv in Teil 1).
magnitz1
Fakt ist, dass die AfD seit Jahren Gewalt gegen Menschen propagiert. Schüsse auf Kinder? Unbedingt! Wie Pinochet politische Gegner aus Hubschraubern werfen? Gute Idee! Merkel-Galgen auf Demos? Tja, das muss man besorgten Bürgern schon zugestehen. Hitlergruß und Hitlersprechchor? Da ist der Höcke ganz vorn mit dabei, kein Thema. Es wird auch gern mal davon phantasiert, das „linksgrün versiffte Schmarotzerpack“ an die Wand zu stellen oder, falls es um Frauen geht, zu vergewaltigen. Übrigens eine Bezeichnung, die ich mir auch schon anhören musste. Bei Angriffen gegen Flüchtlingsheime steht die AfD immer auf der Seite der besorgten Bürger. Die Botschaft der AfD ist klar: Gewalt geht voll in Ordnung, wenn es nur die richtigen trifft. Das Netz ist voll von Sprüchen der Art: „Wartet, bis wir an der Macht sind, dann wird mit euch aufgeräumt.“ Es ist das zweifelhafte Verdienst der AfD, dass die Leute Gewalt für ein akzeptables Mittel politischer Auseinandersetzung halten.
Mein Karatelehrer pflegt zu sagen: „Wer austeilen will, muss auch einstecken können.“ Dem – blond und mit sächsischen Tonfall – verdanke ich, dass ich den Messerangriff unverletzt überstanden habe.

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