Petition für bessere Kita-Finanzierung in Thüringen – jetzt mitzeichnen! | Jenapolis | EINFACH MITMACHEN!

Um nicht alles doppelt schreiben zu müssen, mal wieder nur ein Link – für alle Thüringer unter meinen Lesern. Wer seine Interessen nicht selbst vertritt, muss damit leben, dass andere ihre eigenen vertreten.

Petition für bessere Kita-Finanzierung in Thüringen – jetzt mitzeichnen! | Jenapolis | EINFACH MITMACHEN!.

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fotografieren verboten!

Múzeum Slovenskej Dediny

Múzeum Slovenskej Dediny

Es erinnerte mich an längst vergangene DDR-Zeiten: Zusätzlich zum Eintrittsgeld musste ich auch noch eine Fotoerlaubnis bezahlen, um im Múzeum Slovenskej Dediny im westslovakischen Martin Fotos machen zu können. Da der Eintritt mit 2 € gering war, zahlte ich ohne Nachdenken die 1.50 € extra.
Interessant wurde es bei der Demänova-Eishöhle, die mit 7 € gut im europäischen Durchschnitt liegt. Dort wollte man 10 € extra für eine Fotoerlaubnis. Von den 60 Besuchern, die man pro Führung einließ, hatte offenbar keiner diese Investition in unbekannte Schönheiten getätigt. Niemand fotografierte. Dabei möchte ich wetten, 1.50 € hätte mindestens ein Drittel der Leute riskiert. Die Eisformationen hätte ich durchaus gern fotografiert, aber das konnte ich erstens vorher nicht wissen, und zweitens wären etwa 2.50 € pro Foto eine Menge Geld gewesen.
In der Kirche zu Lečova und der Artikularkirche von Kežmarok ist Fotografieren ganz und gar verboten. Man droht mit 50 € Strafe, sollte man es doch tun.
Anderswo in Europa ist es selbstverständlich, dass man in Museen, Zoos und Kirchen fotografieren darf. Dieser Normalität verdankt die Menschheit meinen Beitrag über die Kaffeetrude auf diesem Blog und andere schöne Dinge. In viele Gegenden der Welt bin ich geraten, weil ich bei Freunden und Verwandten Fotos davon gesehen hatte und dachte: Das will ich auch sehen. Die Fotos von Arran auf Franks Blog brachten mich letztes Jahr auf die schottische Insel. Private Urlaubsfotos sind die beste und billigste Werbung der Welt.
Da man in der Slowakei das Fotografieren aber allenthalben verbietet, gibt es hier nur ein Foto vom Museum des Slowakischen Dorfes, wo man liebevoll alte Holzhäuser aus der näheren und weiteren Umgebung zusammensammelt – seit 1960 übrigens. Es ist kurzweilig, und die 1.50 € waren gut aufgewendet. Für den Rest sollen die jeweiligen Einrichtungen selbst Werbung machen. Keine Links zu Einrichtungen, die mir kein Erinnerungsfoto gönnen.

Veröffentlicht unter Das Universum & der Rest | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wahlwerbung 3.3: Ich will Golden Retriever!

WahlwerbungFDP1

Jena, Lobedaer Straße

Jena, Keßlerstraße

Jena, Keßlerstraße

Die FDP-Plakate waren die ersten, die die Stadt fluteten, aber ehe ich zur Kamera greifen konnte, waren sie im Umkreis meiner Wohnung schon wieder weg. Kein Witz! Inzwischen gibt es Nachschub.
Wenn man die Tränendrüsen-Attacke sieht, ist man spontan versucht, “Tschüss!” zu rufen. Wandern sie jetzt wirklich nach Santiago de Compostela? Oder meinen sie doch nur die politische Bedeutungslosigkeit? Das Betteln um Mitleid wäre steigerungsfähig. Warum haben sie keinen Golden-Retriever-Welpen mit Schlappohren, Knuffelnase und großen Augen auf die Plakate gedruckt? Golden Retriever sind unschlagbar, wenn es um seelische Erpressung geht. Außer vielleicht von Rauhaardackeln.
Die angepappten Sachargumente machen es nicht besser. “Wir sind dann mal weg – wie der Thüringer Mittelstand”. Die Thüringer FDP durfte von 1994 bis 2009 im Landtag nur auf den Besucherstühlen sitzen. Der Mittelstand hat das irgendwie verschlafen und existiert immer noch. Wie’s scheint, kam er auch ohne FDP im Landtag zurecht.
Und “… wie die Schulnoten”? Wer um alles in der Welt wählt eine Partei, weil sie für Schulnoten ist? Das beste Argument zum Thema war noch: “Warum soll es anderen besser gehen als uns damals?” Wir haben die niedrigsten Löhne in Deutschland, wir haben völlig überalterte Lehrerkollegien, die in den nächsten Jahren reihenweise in Rente gehen, in den Bergen findet man kaum noch einen Arzt, dafür massenhaft leerstehenden Wohnraum – aber die FDP sorgt sich um Schulnoten!
In der letzten Legislaturperiode fiel die FDP in Person von Thomas Kemmerich vor allem durch Attacken gegen den Mindestlohn und die vorgeschriebenen freien Wochenenden für Beschäftigte in Handel und Dienstleistungen auf. Deshalb mein Vorschlag: “Wir sind dann mal weg – oder Ihr freies Wochenende!” kombiniert mit: “Wir sind dann mal weg – oder der Mindestlohn!” Das wären Themen, die eine Menge Wähler wirklich interessieren.

Veröffentlicht unter Jena, Politik | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Wahlkampf 3.2: Widersprüche

Wahlwerbung_Gruen_LinkeWer schon mal bei schwerem Seegang unterwegs war, kennt den Mechanismus: Das Auge meint, man stünde noch immer senkrecht im unbewegten Raum, das Gleichgewichtsorgan dagegen weiß, dass alles ringsum schwankt. Der Widerspruch treibt den Mageninhalt an die frische Luft.
Einen ähnlichen Effekt kann auch Wahlwerbung hervorrufen. Hier zwei besonders schöne Exemplare:
Jeder Baum ist ein Zuhause? Mag schon sein, allerdings haben die Jenaer Grünen regelmäßig nichts gegen gewaltsame Zwangsräumungen mit Kettensäge. Ob 50 Bäume am Eichplatz oder 200 beim Ausbau des Burgwegs – kein Wort des Widerspruchs von den Grünen. Da braucht es schon einen Piraten für die Nachfrage, wieso man glaubt, 59 Ersatzpflanzungen könnten 200 gefällte Bäume irgendwie ausgleichen. Nun ja, zur Kompensation hat man am angrenzenden Baumbestand immerhin noch 5 Nistkästen aufgehängt. Wenn man in Mathematik nicht so die Leuchte ist, leuchtet das ein.
Aber auch die Linke gibt sich diesmal alle Mühe. Spitzenkandidat Bodo Ramelow besetzt einfach alle Themen. Wirkt unglaublich überzeugend – “FRAUEN” als Schlagwort und dann der männliche Möchtegern-Landesvater. Hätte er das nicht seiner Genossin Gudrun Lukin überlassen können? Patriarchaler geht Werbung kaum – macht euch keine Sorgen, Mädels, Papa Bodo kümmert sich um eure Rechte. Würdet ihr selber ja nie hinkriegen. Hauptsache, ihr macht ihm keine Konkurrenz. Zudem kommen die Plakate so unrot und tiefschwarz daher, als wollte man den CDU-Wählern weismachen, der schwarze Sektor des Wahltortendiagramms sei die Linke. Eigentlich fand ich die minimalistischen Themenplakate der Linken immer erholsam gegenüber dem Porträt-Wahlkampf der anderen. Die Erholung ist beendet. Ab sofort gibt es nur noch Ministerpräsidentenanwärter, und die Themenplakate überlässt man den Grünen.
Im normalen Linke-Layout darf der GEW-Gewerkschafter Torsten Wolf immerhin das Thema Bildung an den Wähler bringen – hat Über-Bodo allerdings auch in seinem Programm. Wenigstens guckt der Wolf nicht so staatsmännisch.
Ich versuche, mir Bodo Ramelow mit einer roten Fahne in der Hand auf einer Barrikade vorzustellen – “Auf zum letzten Gefecht” und so. Erfolglos.

Veröffentlicht unter Jena, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wahlwerbung 3.1: Ich komme wieder!

Jena, Kesslerstraße

Jena, Kesslerstraße

Man kennt das vom Terminator. Man kann ihn mit einer Dampfwalze überfahren, mit dem Flammenwerfer grillen, mit der Bazooka in Stücke schießen und in einem Lavasee ertränken – kaum atmet man auf, ist er wieder da, und die Panik kehrt zurück.
So ähnlich ist das mit Dietmar Schuchardt, CDU. Schon wieder hängt er an jeder zweiten Jenaer Laterne, nicht in persona, sondern als Plakat. Es gibt Leute, die bekommen davon Alpträume. Und jetzt ist er auch noch doppelt so groß wie all die anderen Nasenpappen. Es gibt kein Entrinnen.
Egal ob Oberbürgermeister-, Stadtrats- oder Landtagswahl – Schuchardt grinst einen von jeder Straßenecke an. Ist er tatsächlich nicht zur Bundestagswahl angetreten? Ich erinnere mich nicht recht. Und was will er? “Für Sie in den Landtag.” Ehrlicher wäre: “Für mich in den Landtag”, aber seit wann sind Politiker ehrlich? Irgendwo hing tatsächlich auch noch das Plakat mit der Aufschrift “Gut für Jena”. Das war offenbar von der OB- oder Stadtratswahl übrig. Merkt man gar nicht, ist auch nur minimal ausgeblichen. Die blaue Farbe ist resistenter als orange.

Einschub: Viel besser sind die anderen Pappnasen auf den Nasenpappen auch nicht. Frau Siegesmund tritt an “Für das grüne Herz” (ein albernes Marketingwort für Thüringen), Herr Wothly, der zweite CDU-Kandidat, will “Für Jena in den Landtag”. Vor kurzem wollte er dafür noch in den Stadtrat – wie übrigens auch der unvermeidliche Herr Schuchardt. Einzig Bodo Ramelow hat noch so etwas wie eine Botschaft: “Solidarität”. Der Rest ist zu kleingedruckt. Einschub Ende.

Dietmar Schuchardt stört im Stadtrat nicht sehr. Im Stadtentwicklungsausschuss stellte ich erst nach Monaten fest, dass der Mann gar nicht stumm ist. Er hat nur nichts zu sagen. Insofern sind die Plakate dann doch wieder ehrlich, denn sie täuschen wenigstens keinen politischen Anspruch vor, wo keiner ist. Der Professor für Angewandte Mathematik schießt auch nicht mit unhandlichen Gewehren um sich. Er ist ein Terminator, der durch Langeweile tötet. Vermutlich lächelte er politische Konkurrenten an, bis sie in Schlaf sinken. Meist sitzt er nur still da und sieht wichtig aus. Seine politische Wirkungslosigkeit kontrastiert eindrucksvoll mit seiner optischen Penetranz.
Die nächsten drei Jahre sind keine Wahlen. Unglaublich, aber wahr. Drei Jahre ohne Schuchardt-Porträts an allen Laternen. Aber wir wissen ja, wie das ist in den Horrorfilmen: Immer wenn man aufatmet …

Eine alternative Sicht auf die Plage Jenas gibt es übrigens hier. Nur die Wahlempfehlung mag ich irgendwie nicht teilen, nicht einmal, wenn uns der Professor in Rosa droht.

Veröffentlicht unter Jena, Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Nach Osten 2.7: Wiki sei Dank

Zweiundvierzigarmige Göttinnen? Natürlich ist es viel einfacher, wenn man den Namen weiß. Andersherum macht es mehr Arbeit, aber wozu gibt es Wikipedia & Co.? Wenn man keine Ahnung hat, muss man mehr lesen, das bildet.
Irgendwann finde ich Guanyin – die die Töne der Welt wahrnimmt – die 42 Arme braucht, weil sie für alles Elend der Welt zuständig ist und deshalb alle Hände voll zu tun hat. Theoretisch sind es sogar tausend Arme, die aufgrund einer komplizierten theologischen Arithmetik durch 42 repräsentiert werden. Was das Elend angeht, so helfen wohl auch die 22 Ohren, um das Wehklagen aufzunehmen. Die Welt ist danach.


Die etwas düsteren Gesellen am Eingang des Tempels sind die Wächter über die vier Himmelsrichtungen. Deshalb sehen sie so drohend aus. Tatsächlich findet sich mit dem Rücken zu ihnen der Lachende Buddha, ein Mönch, der einerseits vom Betteln lebt, andererseits davon dick geworden ist, dritterseits das meiste wegschenkt und überhaupt mit wenigem glücklich ist.
Schließlich erklärt sich noch die immer wieder auftauchende Dreifaltigkeit von Buddhas. Die drei Weisen sind für Wohlstand, Weisheit und Glück zuständig, Glück im Sinne von Glücklichsein, nicht Schwein haben.
Die Drachenköpfe auf dem Dach haben auch mehr als dekorativen Sinn. Der Drache ist ein Wassertier, und deshalb hält er mutmaßlich das Feuer fern vom Haus. Im Tianyige-Museum erklärt man mir auch, dass die schönen dekorativen Teiche im Garten ihren Sinn haben – den eines Löschwasserteichs für die wertvolle Büchersammlung. Verwirrend ist allerdings, dass es auch Feuerdrachen gibt. Die helfen möglicherweise gegen Überschwemmungen.
Schließlich lerne ich noch das Qilin kennen, das chinesische Einhorn, das ich für einen mutierten Löwen gehalten hätte. Es hat Hufe, Fischschuppen, Hirschgeweih, aber definitiv einen sehr löwigen Körper. Es ist wie sein europäischer Verwandter ein sehr freundliches Tier, das keinen Grashalm krümmt, aber ein schrecklicher Gegner ist, wenn man sich nicht zu benehmen weiß.
Es ist spätabends. Ich habe den Kopf voll neuen, eigentlich überflüssigen Wissens, und schon fühle ich mich besser, ungefähr so wie nach einem guten Essen.

Veröffentlicht unter Das Universum & der Rest | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wahlwerbung 3.0: Es geht wieder los

Nicht dass wir es vermisst hätten. Aber im September ist Landtagswahl in Thüringen, und die Wahlplakate sprießen. Jeder Laternenmast schmückt sich mit bunten Versprechungen.
Den Reigen darf diesmal Die Linke eröffnen:

Jena, Lichtenhainer Oberweg

Jena, Lichtenhainer Oberweg

Zum Teufel mit dem Inhalt – wir konzentrieren uns auf den Markenkern!

Der Fairness halber sei angemerkt, dass das Plakat bei der Deplakatierung nach der Stadtratswahl offenbar vergessen wurde. Was da jetzt hängt, ist mutmaßlich ein Überrest der letzten Bundestags-Kampagne. Vielleicht ist es ein Symbol für die Halbwertszeit von Wahlversprechen …

Veröffentlicht unter Jena, Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Ein Kommentar