Das KISS-Prinzip

Das Schöne im Leben ist, dass alles irgendwie zusammenhängt, und man Dinge auch in völlig neuen Zusammenhängen brauchen kann. Etwa das KISS-Prinzip aus der Selbstverteidigung: Keep It Simple, Stupid. Mit anderen Worten: Es ist super, wenn man Kombinationen aus zehn Techniken beherrscht und dabei auch noch gedrehte Sprungtritte vorkommen, aber für den Ernstfall ist eine schnörkellose Gerade meist das Mittel der Wahl, am besten mit zwei bis drei Zwillingsschwestern.
Das Gleiche gilt für die Sprache. Schön, wenn man Sätze mit zehn Nebensätzen formulieren kann und ungeheuer spezielle Ausdrücke kennt. Allerdings ist die Gefahr groß, dass man irgendwo ins Hängen kommt oder die Menschheit entnervt zu lesen aufhört. Ich pflege deshalb das Konzept der Bürgerfreundlichen Sprache. Das heißt: Schreib es so, dass es Lieschen Müller versteht, wenn sie nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt. Am besten so, dass sie auch noch Spaß dabei hat.
Die Stadt überschüttet uns gerade mit wohlmeinenden Konzepten. Nach dem Integrationskonzept gibt es gleich noch den „Aktionsplan Inklusives Jena“. Über ersteres kann ich Gutes vermelden – man hatte ein Einsehen und versucht jetzt nicht mehr, der Stadt ein gendergerechtes Auswahlgeschlecht zu verpassen. Ein paar andere sprachliche Kapriolen konnte ich ihnen auch ausreden. Dafür ist der Aktionsplan ein Paradebeispiel für unverständliches Behördendeutsch. Das habe ich den Erstellern auch so höflich wie irgend möglich gesagt – und wurde sofort vereinnahmt.
Ein zauberhaftes Beispiel ist dies:inklusionskonzept

Das daneben ist mein Gegenvorschlag. Ich habe mit 14 Worten ausgedrückt, wofür das Original 48 benötigt, und ich finde, es ist kaum Inhalt auf der Strecke geblieben. Besonders kurios ist, dass im Aktionsplan verlangt wird, dass die Stadt alle wichtigen Dokumente in Leichter Sprache (die Großschreibung ist korrekt, weil es ein definiertes Konzept ist) erstellt. Da könnte man ja mal mit dem Inklusions-Aktions-Plan anfangen … Was im konkreten Fall heißt, dass ich mein Möglichstes tue, um wenigstens Bürgerfreundliche Sprache daraus zu machen. Initiativstrafe.
(Die wiederum ist ein Konzept aus dem FDJ-Studentenclub, hat aber trotz Systemwechsel nichts von ihrer fatalen Wirkungsweise verloren. Hier: vier Stunden Lektorat.)

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Wir sind die Bösen

scheissttipIgnorieren kann man es nicht mehr. In 7 deutschen Städten gingen die Menschen zu tausenden auf die Straße, um gegen zwei intransparente Abkommen zu protestieren, die „Investoren“ vor den unbilligen Einmischungen der Politik schützen sollen. Die mischt sich ohnehin nur ein, wenn sie um ihren Platz am Trog fürchtet. Und zaghaft. Wir wissen, dass 8.50 € Stundenlohn zum Leben nicht reichen. Eine Erhöhung aber könnte künftig eine Enteignung des heiligen Investors sein, weil sie seinen Gewinn schmälert. Für den entgangenen Gewinn müsste der Steuerzahler aufkommen.
Wenn man es nicht ignorieren kann, macht man es klein und doof. Die Tagesschau bringt die deutschlandweiten Demonstrationen zwar auf Platz eins, spricht aber beharrlich von „zehntausenden“, statt zur Kenntnis zu nehmen, dass 320.000 wohl eher hunderttausende wären. Außerdem heißt es, die Polizei habe wesentlich geringere Zahlen angegeben. Die verschweigt man, vermutlich weil es noch immer hunderttausende wären. Nur eben ein paar weniger.
Die FAZ hetzt in ihrem Wirtschaftsteil. Trump ist gegen TTIP. Die AfD ist gegen TTIP. Und noch schlimmer: Verschiedene Gruppen haben verschiedene Gründe, gegen TTIP und CETA zu sein – die einen fürchten unsichere Produkte, weil das Vorsorgeprinzip geschleift werden soll, andere höhere Preise durch Privatisierung der Daseinsvorsorge, die Gewerkschaften die Abschaffung der Mitbestimmung, der BUND Gentechnik auf den Feldern … Als würde die Vielzahl der Gründe auch nur einen einzigen davon entwerten. Und ganz ehrlich, wenn Frauke Petry meint, zwei und zwei sei vier, dann ist das kein Grund, die Mathematik abzuschaffen.
Es ist der Versuch, die Demonstranten als verzagte Kleingeister abzuqualifizieren, die gar nicht wissen, wogegen sie sind (ist ja bei all der Geheimhaltung auch nicht einfach). Der Bürger soll sich ekeln vor dem Widerstand. Da die TTIP-Kritiker partout nicht mit Steinen werfen oder Polizeiautos anzünden wollen, muss es eben irgendwie anders gehen. Da es weder nur Junge (mangelnde Lebenserfahrung!) oder nur Alte (Angst vor Neuem!) waren, gehen einem langsam die Argumente aus. Da muss man kreativ werden und die Leute fragen, was sie denn nun schlimmer finden: Trump oder TTIP. Als könnte man nicht auch beides abwählen.
15.000 Menschen standen im strömenden Regen in Leipzig auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und wollten einfach nicht einsehen, dass die neuen Verträge alternativlos sind. Volksfeststimmung wollte nicht aufkommen, dafür aber grimmige Entschlossenheit. Gabriel, wir wissen, wo die Wahlurne steht.

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Rübenstein und Knollbeerbowle in Gera

knolle

Wenn man in Weimar DDR-Kunst ausstellt, dann wird es meist unerfreulich, obwohl man letztens die Bilder immerhin wie Bilder aufhängte und auf die Überschrift „entartete Kunst“ verzichtete. Dafür ritt man umso mehr auf dem Auftragscharakter herum – als würden Künstler im Westen von Luft, Liebe und Kunst leben.
Gera ist anders, vermutlich deshalb, weil die Stadt im Deutschland nach der DDR keine besonders guten Erfahrungen gemacht hat. Gera ist Schrumpfungszone, Überalterungsgebiet und Industriebrache. Und zeigt im Stadtmuseum „Comics in der DDR“. Den Texten merkt man an – da war einer mit Herzblut bei der Sache. Ja, das ist schamlos nostalgisch und relativ unwissenschaftlich.
Es gibt ein paar Erklärungen, was ein Comic eigentlich ist (die mir hoffnungslos veraltet vorkamen), und Erläuterungen zur politischen Kleinwetterlage in der größten DDR der Welt. Die sind ziemlich nüchtern und passfähig zu den Erinnerungen. Ja, die Bildgeschichten zum Partisanenkampf und den Heldentaten der Sowjetarmee hat man eher lustlos gelesen. Was zu sehr nach sozialistischen Jungpionieren klang, die Omas die Tasche tragen, wurde gelangweilt überblättert. Der Wunsch der Oberen nach mehr Zukunft katapultierte dazumal die Digedags in den Weltraum. Über Jahrzehnte tobte ein erbitterter Kampf um Sprechblasen, die aus Gründen als dekadent und unsozialistisch galten – und Geräuschblasen wie „Klirr!“, „Zisch!“ oder „Krawumm!“ schon gar. Das ist die absurde Welt der DDR-Kulturpolitik, wie man sie kannte. Auch dass der Missionschef von „Karl Gabels Weltraumabenteuern“ (Erich Schmitt) zwischen Erstveröffentlichung und dickem Buch vom Weimarer zum Sowjetmenschen mutierte, verblüfft den gelernten DDR-Bürger nur mäßig.
Ansonsten ist es wie beim Blättern in alten Fotoalben. „Ach ja!“, denkt man. Und dann: „Ach ja!!!“ Denn neben den obligatorischen Digedags und Abrafaxen ist alles versammelt, was die Kinderzeitungen der DDR füllte: der Matrose Tim aus dem Bummi, Fix und Fax aus der Atze, Atomino (ein Italiener übrigens) ebenso wie Otto und Alwin aus der Frösi, diverse Comics von Attila Dargay, die (bessere) ungarische Antwort auf Disney, aus der Trommel, und die Matufflis von der Knolle aus der NBI. Eine rundum glückliche Kindheit, erstaunlich bunt und lustig, auch wenn immer mal ein klassenkämpferischer Zeigefinger hochschnippte. In der Ausstellung kann man Spaß haben, ohne sich über die Überheblichkeit eines Kurators zu ärgern. Keiner erklärt einem, wie weit die Comics der DDR, die Bildergeschichten hießen, hinterm Berg waren. Die Graphic Novel wurde in der DDR bis zu ihrem Ende nicht entdeckt. Doch wenn es Kinder glücklich machte und zum Lesen brachte, war alles Mögliche möglich – und das ist etwas, woran man sich gern erinnert.

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Vom Geschlecht der Behörden

Die Stadt Jena versucht gerade, ihr Integrationskonzept fortzuschreiben. Das ist zunächst einmal eine sinnvolle Sache in einer Stadt, in der 12 % der Einwohner entweder selbst zugewandert oder Kinder von Migranten sind.
Allerdings gehört Integration zu den Bereichen, in denen politisch korrekte Ausdrucksweise weit wichtiger ist als Verständlichkeit oder gar Inhalt. Wer glaubt, Mathematiker würden sich unverständlich ausdrücken, der kennt die Soziologen noch nicht.
Enstsprechend wird gnadenlos gegendert. Auch die Stadtverwaltung Jena. Die würde der normale Bürger für etwas halten, das weder ein biologisches noch gefühltes Geschlecht hat, sondern ausschließlich ein grammatisches. Das ist weiblich. Weit gefehlt! Im Konzept steht, die Stadtverwaltung sei „vorurteilsfrei_r Dienstleister_in“.

Integrationskonzept

Dieses Wunderwerk sensibler Formulierung steht ausgerechnet unter „Abbau von Sprachbarrieren“

Grammatisch wäre beides richtig, obwohl bei Abstrakta das Geschlecht in aller Regel nicht angeglichen wird. Man kann die Stadt zur Dienstleisterin machen, aber „Die Stadt ist Dienstleister“ hört sich kein bisschen seltsam an.
[im Gegensatz zu „Jena und sein Fluss“, wie der Titel einer Broschüre lautet, der auf mein Grammatik-Organ wirkt wie quietschende Kreide auf die Ohren, obwohl er, wie ich immer wieder feststelle, formal korrekt ist. Die Stadt ist so weiblich, dass das männliche Pronomen Schmerzen bereitet. Ich hätte „Jena und die Saale“ getitelt. Die Saale ist nämlich auch enorm weiblich und nicht einfach irgendein Fluss – der zudem nicht der Stadt gehört, sondern der Oberen Wasserbehörde des Landes.]
Aber was ist dann mit Sätzen wie „Der Jenaer Verkehr ist eine Katastrophe“? Ist der Verkehr – gendergerecht – ein Katastropher? Immerhin wissen wir nun, dass auch Behörden ein Geschlecht haben, das man gendersensibel ansprechen muss.
Spannenderweise sind es gerade die Sprachgenderungsfetischisten, die der Normalbevölkerung mangelnde Achtsamkeit und Gedankenlosigkeit vorwerfen. Nebenbei ist es auch inhaltlicher Mumpitz, ausgerechnet professionell übersetzte Seiten in leichter Sprache zur Verfügung zu stellen. Beim deutschen Original wäre das weit sinnvoller. Aber um diesen Unfug zu bemerken, braucht es schon Sprachgefühl und nicht nur sensible Sprache.

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Neue Art: Der Blumenkohlweißling

Jena ist bekanntlich ein Hotspot der Artenvielfalt. Unter anderem verdankt die Stadt diese Einschätzung ihrem Reichtum an Schmetterlingen.
Eine bislang unbekannte Art entdeckte ich gestern auf dem Markt: den Blumenkohlweißling.Blumenkohlweissling

Ich wünschte, das mit der Bestimmung wäre immer so einfach.

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Lesen bildet: Physik für alle!

Einstein

Physiker unter sich

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft hat eine Studie zum Physikunterricht vorgelegt. Darauf aufmerksam geworden bin ich, weil Hadmut Danisch dazu einen Blogpost unter dem Titel „Politisch korrekte Mädchenphysik“ veröffentlicht hat. Das kam mir komisch vor, denn die DPG ist naturgemäß eine eher bodenständige Männergesellschaft. Also habe ich gelesen – den Post und die Studie „Physik in der Schule„.
Auf 14 Seiten Zusammenfassung gibt es exakt einen Absatz, der sich dem Problem Mädchen und Physik widmet. In der Langfassung ist es eine Seite von 148, also nicht ganz 0.7 %. Danisch freilich erweckt durch geschicktes Aus-dem-Zusammenhang-Reißen von Zitaten den Eindruck, es ginge im Wesentlichen darum, den Physikunterricht so abzurüsten, dass auch Mädchen mitkommen und sich einbilden, sie könnten Physik studieren – nur um dann als unbrauchbare Absolventen den Arbeitsmarkt zu verstopfen. Diese Interpretation lässt nur einen Schluss zu: Der Mann hat Probleme mit seiner Lesekompetenz.
Nicht einmal das, was die Studie zum Mädchenproblem sagt, passt im Mindesten zu seiner Interpretation. Da steht, wegen tief verwurzelter Vorurteile gelte Physik noch immer als extrem unweiblich und sei deshalb schwer mit dem Selbstbild der Mädchen vereinbar. Nach meiner Erfahrung muss sich ein Mädchen, das gut in Physik ist, ständig dafür rechtfertigen. Physiker gelten allgemein als verschroben, Physikerinnen schlicht als abnormal. Kein Wunder, wenn technische Talente sich am Ende entnervt für Sozialpädagogik entscheiden. Das war’s in der Studie auch schon.
Tatsächlich fordert die DPG, die Stofffülle im Physikunterricht einzukürzen und lieber weniger, aber dafür besser zu vermitteln. Den Grund unterschlägt Danisch: Wie ein Refrain zieht sich die Forderung nach einer Erhöhung der Stundenanzahl durch die Studie. In Thüringen hat man die Stundenzahl der MINT-Fächer in der heutigen Sekundarstufe 1 gegenüber der POS der DDR um rund 19 % zugunsten von Sprachen und Geisteswissenschaften gekürzt, und in der Abiturstufe kann Physik bundesweit abgewählt werden. Einzige Ausnahme ist Sachsen. Nach der 10. Klasse hätte ich Physik abgewählt. Nach der 12. Klasse habe ich Physik studiert.
Außerdem gibt es in der Sekundarstufe 1 eben nicht nur Schüler, die Physik, Informatik oder Maschinenbau studieren wollen. Es gibt auch künftige Bäcker, Kraftfahrer und Fliesenleger. Die sollen, meint die DPG, wenigstens Grundprinzipien ins Leben mitnehmen. Stattdessen werden sie mit der stark mathematischen Vermittlung physikalischer Phänomene gleich zu Anfang abgeschreckt und machen dicht. Wenn Physik nicht mehr abwählbar wäre, hätte man immer noch die 11. und 12. Klasse, um die abwegigeren Gebiete zu beackern.
Schließlich und endlich ist Methodenkompetenz kein feministischer Quark. Von den Fakten und Formeln, die ich mir während meines Studiums in mein Hirn geschaufelt habe, habe ich später im Beruf keine 10 % gebraucht. Aber ich wusste, wie man Daten in eine verdauliche Form bringt, wie man Versuche plant, was man tut, wenn einfach nicht das gewünschte Ergebnis eintreten will – und wie man das tatsächlich nötige Wissen auftreibt und verinnerlicht.
Wenn Danisch meint, Mathe sei im Informatik-Studium zwar der Hammer gewesen, im Nebenfach Physik aber sei er mit seinen Kenntnissen aus dem Abi-Leistungskurs super zurechtgekommen, dann liegt es daran, dass er mit echter Physik nicht in Berührung gekommen ist. Nach fünf Jahren Physikstudium wusste ich im Wesentlichen, was ich alles nie wissen werde, und vier Jahre Promotion haben das Gefühl der Ohnmacht gegenüber der unendlichen Menge von Wissen noch vertieft. Wie soll man den „vollständigen Kanon der Physik“ dann einem zukünftigen Bäcker vermitteln?
Es ist immer wieder erstaunlich, zu welch absurden Interpretationen man mit ideologischen Scheuklappen kommen kann (hier: einer gediegenen Misogynie). An der Studie der DPG liegt es jedenfalls nicht. Die sagt klar: Wir brauchen mehr Physik. Für alle. Aber vielleicht weniger Formeln und standardisierte Lösungswege und dafür mehr Nachdenken.

PS: Wer sich ernsthaft fragt, warum es ein Wert an sich ist, dass Frauen Physik studieren, der sollte mal ein paar Physik-Studenten fragen, die keine abbekommen haben.

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Panic now!

KameraNicht weit von Jena liegt Erfurt. In Erfurt erschoss 2002 ein frustrierter Schüler 16 Menschen in einer Schule. Natürlich war man betroffen. Das Waffengesetz wurde verschärft und z. B. Butterfly-Messer verboten. Eine stärkere Regulierung von Schusswaffenbesitz gab es nicht.
2016 erschoss in München ein frustrierter 18jähriger 9 Menschen in einem Einkaufszentrum. Seither herrscht der emotionale Ausnahmezustand.
Die Bundeswehr soll im Inneren eingesetzt werden dürfen, Grundgesetz hin oder her. Was hätte die tun sollen? Das Einkaufszentrum bombardieren?
Burkas sollen verboten werden. Allerdings waren die Täter der letzten drei Amokläufe allesamt Männer, und sie trugen natürlich keine Burka.
Auf allen Flughäfen und Bahnhöfen soll eine automatische Gesichtserkennung eingeführt werden. Die Täter waren nicht polizeibekannt. Aber man wird sich künftig nur noch auf Feldwegen unerkannt bewegen können, denn die Mautbrücken auf der Autobahn ermöglichen ja längst eine flächendeckende Überwachung.
Die Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden, steht in internen Papieren unserer Regierung. Weil – hier wird es ein wenig schwammig – die Deutschen einfach keine Lust haben, für Volk und Vaterland in fremde Länder zu ziehen. Zu Hause ist es ja auch ganz schön, und für alles andere gibt es Neckermann, TUI und Co.
Nun sollen wir uns alle mit Essen für 10 Tage und Wasser für 5 Tage bevorraten. Falls ein Irrer mit einer Axt auf uns losgeht. Da kann so eine harte Wurst echt nützlich sein, wenn sie gut abgehangen ist.
Jetzt habe ich endgültig ein Déja vue: Wehrkundeunterricht 9. Klasse. Ich gehe und richte in meinem Keller einen Schutzraum ein. In meine Badewanne passen rund 100 Liter Wasser. Ich streiche die Dachbalken weiß (gegen Brandbomben) und verklebe die Fenster kreuzweise mit Papierstreifen (gegen Splitterbildung). Denn Deutschland rüstet zum Krieg. Oder doch zum Bürgerkrieg? Jedenfalls wollen sie an unsere Freiheit, und das geht nur, wenn wir alle ganz furchtbar Angst haben.
Hier kommt ein Literaturtipp zum Thema: Naomi Klein „Die Schock-Strategie„. Erklärt alles, was man zum Thema wissen muss – und warum wir 1995 feststellten, dass uns vom Volkseigentum plötzlich nur noch die Schulden gehörten.

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